DMEXCO 2019 – Review

von Chrissy

40.000 Besucher, 1.000 Austeller und 550 Speaker – das sind die Eckdaten der diesjährigen DMEXCO. Unter dem Motto „Trust in you“ versammelte sich auch dieses Jahr wieder die Digitalbranche in Köln. Was die Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr so bewegt hat, erfahr ihr hier:

Trust in You

Trust in you – ein sehr ungewöhnliches Motto für eine Messe aus dem Marketing und Digitalbereich, doch im Zuge von KI ein wichtiger Schritt.

Laut einer Studie von Adobe im Vorfeld der DMEXCO, machen sich 90% der Deutschen Sorgen um eine missbräuchliche Verwendung ihrer Daten. Dabei sei aber die Generation Z deutlich bereiter mit Marken und deren Werbung zu interagieren als vergleichsweise die Generation 55+.

Auch der BVDW e.V. zeigt mit seiner neusten Umfrage, dass das Thema Vertrauen für Nutzer und die Digitalbranche gleichermaßen an Bedeutung gewinnt. 72% gaben an, dass sie digitale Produkte und Services bevorzugen, die so geplant und entwickelt werden, dass sie sich an ethisch nachvollziehbaren Standards orientieren.

“Wenn KI-Anwendungen immer zahlreicher und Smart-Home-Systeme zunehmend selbstverständlicher werden, müssen wir auf der DMEXCO über Vertrauen, Transparenz und Ethik sprechen. Und hier zeigt unsere aktuelle Studie, wie sehr das Thema Ethik in das Bewusstsein der Digitalen Wirtschaft gerückt ist. Das wird mehr und mehr zu einem ernsten Faktor für die europäische Digitalbranche im Wettbewerb mit China und den USA“, analysiert Matthias Wahl, Präsident des BVDW.

“We have to establish a perfect harmony between privacy on the one hand and our personal experiences on the other hand.“ , sagt Keynote-Speakerin Stephanie Buscemi, Chief Marketing Officer von Salesforce.

Wie Unternehmen diese Art von Vertrauen in ihre Visionen und Unternehmenskulturen einarbeiten werden, wird sich aber wohl noch zeigen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ein weiteres sehr ungewöhnliches Thema für eine Digitalmesse, welches von zwei Seiten zu betrachten ist:

Ökologische Nachhaltigkeit

Seit Neustem engagiert sich die DMEXCO zusammen mit Social Business Treedom in einem sozialen Projekt, bei dem Bäume in Kenia gepflanzt werden, die rund 1 Mio. Kilogramm CO2 speichern sollen, um so einen Teil des Ausstoßes für die Anreise zur Messe zu kompensieren.

Aber nicht nur das: auch viele Aussteller setzen mehr auf Nachhaltigkeit. Tchüss Plastik- und Pappbecher to Go, hallo PLA-Becher, Jutebeutel und Bambusgeschirr – ein schöner Trend!

Ökonomische Nachhaltigkeit

Diese zeigt sich gerade im Umgang mit Influencern. Wichtiger werden hier immer mehr langfristige Beziehungen als „Prepaid-Kooperationen“. In unserer Agentur nutzen wir dieses Potential bereits. Wir sprechen daher auch von Influencer Relations. Schlichtweg einem Influencer mit hoher Reichweite ein Produkt in die Hand zu drücken und dann auf Milliarden-Umsätze zu hoffen, reicht heute nicht mehr. Storytelling, langfristige, gute Beziehungen (Vertrauen! – womit wir wieder beim Thema wären) und Influencer als Content Creators (Adieu Stockfootage) sind hier Wege der Zukunft.

Weg von Full-Service hin zur Spezial-Agentur

Da ich dieses Jahr zum ersten Mal selber als Aussteller auf der DMEXCO war, hatte ich nochmal einen ganz anderen Blickwinkel und konnte zumindest in der World of Agencies, in der wir unseren Stand hatten, einen persönlichen Trend ausmachen: viele Unternehmen bewegen sich weg von Full-Service Agenturen und suchen stattdessen lieber gezielt nach Spezialagenturen. Die Zeiten, in deinen eine Agentur die eierlegende Wollmilchsau sein sollte, scheinen sich dem Ende zu neigen, denn das, was wir von unseren Standbesuchern mitbekommen haben, war, dass sie für die einzelnen Bereiche Experten suchen. Ob Social Media Advertising, Video Content oder Community Management – Unternehmen scheinen nun lieber mehrere Agenturen zu haben, die auf ihrem jeweiligen Gebiet Fachkompetenz inne haben als alles ganz, aber dafür nicht immer mit dem 100% Know-How bei einem Dienstleister zu haben.

Fazit

Falls ihr euch erinnert, ist mein Fazit zur DMEXCO letztes Jahr nicht ausschließlich positiv ausgefallen. Ich war insbesondere enttäuscht vom Auftreten der Aussteller, welches wenig proaktiv war. Mein Ziel war, dies selber besser zu machen – das hatten sich wohl auch die meisten anderen vorgenommen, so dass die Messe zu regem Austausch und gutem Networking einlud.

Auch wenn ich selber keine Gelegenheit hatte, an Seminaren oder ähnlichem teilzunehmen, fand ich allein die Auswahl dieses Jahr deutlich qualitativer und nicht mehr so generisch. Laut Feedback von Bekannten scheinen viele der Seminare und Vorträge auch tatsächlich sehr praxisnah und Learning-orientiert gewesen zu sein.

Die neue Gestaltung der World of Agencies und der neu konzipierte Future Park (7.000qm auf denen 175 Technologieführer und Start-ups ihre Produkte und Services rund um die relevanten Tech-Themen KI, Big Data,  Mixed Reality, Smart Technologies und Mobility bis hin zu IoT und Blockchain präsentierten) schaffte einen schönen Mehrwert.

Insgesamt fand ich es auch gut, dass die Themen etwas politischer waren und die Neuerungen aus 2019 machen Hoffnung, dass auch 2020 wieder ein spannendes Jahr wird 😉

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