Die Klopapier-Krise: Warum hamstern wir?

von Chrissy

 

Seit Wochen bestimmt ein Thema die Medien: Das Coronavirus

Doch so ernst die Lage auch ist, sie wird in Deutschland von einem Phänomen überschattet, das die Gemüter gleichermaßen erhitzt und belustigt: Hamsterkäufe von Klopapier

Doch woher kommt dieses scheinbar irrationale Verhalten? Warum hamstern wir? Und wieso ausgerechnet Klopapier?

Der Mensch ist ein Herdentier

Wir haben es hier mit einer völlig unbekannten Krise zu tun und alles, was unbekannt ist, macht uns Angst. Die Unwissenheit, was als nächstes passieren wird, treibt daher unser Verhalten. Urinstinkte, wie unser Herdentrieb, werden dabei geweckt. So lassen wir uns vom Kaufverhalten anderer anstecken. Wenn viele Personen ein bestimmtes Produkt kaufen, denken wir, dass es dafür einen bestimmten Grund geben muss und wir tun es ihnen gleich. Nachahmung statt selbst denken, ist hier die Devise, um das vermeintliche Überleben zu sichern. Hamsterkäufe geben uns zudem ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle, was für uns in Bezug auf das Unbekannte und Ungewisse sehr wichtig ist

Prinzip der Verknappung

Zusätzlich befeuert, werden die Hamsterkäufe durch einen Effekt, den man normalerweise ganz gezielt als Werbemaßnahme am POS einsetzt, welcher nun aber ganz natürlich passiert: Das Prinzip der Verknappung bzw. künstliche Verknappung.

Oftmals werden Waren in Supermärkten nur in geringen Stückzahlen ausgelegt. Hierfür schafft man gerne prominente Plätze am POS, wie auffällige Produktstelen, in denen sich dann aber nur wenige Produkte befinden. Dies soll dem Kunden suggerieren, dass das Produkt gefragt ist. Hier kommt wieder das Prinzip zu tragen: wenn viele Leute das gekauft haben, muss es einen Grund geben, also kaufe ich es lieber auch.

Nur diesmal handelt es sich hier nicht um eine Marketingstrategie, sondern um natürliche Verknappung.

Verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich dadurch, dass Klopapierpackungen etwas sind, das in den Regalen sehr sichtbar ist. Wenn in einem Regal 50 Packungen Klopapier fehlen, fällt das mehr auf als wenn 50 Dosen Bohnen fehlen. Somit wird uns die Verknappung noch bewusster.

Bildquelle: https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panorama/hamstereinkaeufe-wegen-corona-sind-nicht-notwendig_a162935

Soziale Medien als Multiplikatoren

Ein weiterer Grund für die enormen Ausmaße, die Hamsterkäufe in deutschen Supermärkten angenommen haben, ist die zusätzliche Popularität des Themas durch Soziale Medien. Diese dienen hier als Multiplikatoren.

Das Posten von leeren Regalen, auch wenn man sich darüber aufregt oder lustig macht, schürt den Verknappungseffekt und unsere Angst vor dem Ungewissen. Wir haben „die Krise“ quasi rund um die Uhr vor Augen. Soziale Medien transportieren zudem die allgemeine Stimmung einer Bevölkerung und diese ist im Moment auf Panik(mache) ausgelegt. Wir übernehmen diese Grundstimmung mehr oder weniger unbewusst

Warum Klopapier?

Doch warum ist ausgerechnet Klopapier der Hamsterkauf-Artikel der Wahl? Klopapier vermittelt uns in unserer wohlhabenden Gesellschaft ein Gefühl von Komfort und Mindeststandard. Die Kaufentscheidung ist zudem denkbar einfach: Man kauft Klopapier ja meisten sowieso aus reiner Routine und nimmt sich dann einfach etwas mehr mit. Im Gegensatz Lebensmitteln kann Klopapier nicht schlecht werden und wir bereuen unsere Kaufentscheidung dann im Nachhinein nicht. Das subjektiv erlebte Risiko ist somit quasi gleich Null.

Doch was kann man tun?

Das dieses Verhalten in Anbetracht unserer sicheren Versorgungskette absolut irrational ist, scheint zwar vielen Menschen klar, aber dennoch ist es schwierig aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Doch was kann man tun? Selbstkontrolle und – konditionierung sind hier das Stichwort. Sobald ich den Impuls spüre zu hamstern, muss ich mir in der Situation bewusst machen, dass es für alle gerade besser ist, wenn ich diesem Impuls nicht nachgeben. für Das Denken für die Gesellschaft ist hier sehr wichtig.

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