Das Limbic® Modell

von Chrissy

Wie gut kennt ihr eure (potentiellen) Zielgruppen? Wisst ihr, wie ihre Konsumpräferenzen sind, kennt ihr ihre Motive und Bedürfnisse?

Das wäre doch zu schön. Zielgruppengerechte, individuelle Ansprache, personalisiertes Marketing und maßgeschneiderte UX. Das ist aber oft leider nicht der Fall. Denn woher solltet ihr eure Kunden auch so genau kennen?

Natürlich kann man vorab Personas bilden, Insbesondere psychografische Personas lassen hier gute Rückschlüsse ziehen, aber heute möchte ich euch ein Modell vorstellen, dass euch dabei helfen kann, eure Kunden und Zielgruppen noch besser und noch genauer zu verstehen: Das Limbic® Modell

Was ist das Limbic® Modell?

Limbic® ist nach Hans-Georg Häusel (dem Entwickler) und der Gruppe Nymphenburg „ein Motiv- und Entscheidungsmodell…, das sowohl in seiner wissenschaftlichen Fundierung als auch in seiner Praktikabilität für die Marketing-Praxis, die Markenstrategie und die Markenberatung … einzigartig ist”. Es ermöglicht:

  • Einblicke in bewusste und unbewusste Entscheidungsprozesse
  • eine neuropsychologische Zielgruppensegmentierung
  • die klare und verständliche Markenpositionierungen und Umsetzung hinsichtlich Kommunikation, Design, Service und Unternehmenskultur

Der Limbic® Ansatz bezieht dabei neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Psychologie und der Evolutionsbiologie mit ein und verknüpft diese mit empirisch erhobenen Daten der Konsum(enten)forschung.

Die Grundidee des Ansatzes beruht darauf, dass unbewusste Motive und Emotionen unser Handeln zu großen Teilen beeinflussen und somit letztlich auch unsere Kaufentscheidungen.

Der Name Limbic® kommt daher folglich von unserem Emotionssystem (dem limbischen System).

Die Limbic® Map

Aufbauend auf seinem System hat Häusel die sog. Limbic® Map entwickelt. Diese zeigt den Emotionsraum des Menschen an, der die bekannten physiologischen Vitalbedürfnisse wie Schlaf, Nahrung und Atmung ergänzt. Er gliedert sich in drei Bereiche, die sog. “BIG 3”:

  • Balance (Streben nach Sicherheit, Stabilität, Ordnung und Geborgenheit/ Vermeidung von Angst und Unsicherheit)
  • Dominanz (Streben nach Macht, Status, Durchsetzung und Autonomie/  Vermeidung von Fremdbestimmung und Unterdrückung)
  • Stimulanz (Streben nach Abenteuer, Abwechslung und Belohnung/ Vermeidung von Langeweile und Reizarmut)

Da meistens alle Emotionssysteme gleichzeitig aktiv sind, gibt es Überschneidungen, die in der Karte entsprechend verzeichnet sind:

  • Abenteuer/Thrill als Schnittmenge zwischen Stimulanz und Dominanz
  • Disziplin/Kontrolle als Schnittmenge zwischen Dominanz und Balance
  • Fantasie/Genuss als Schnittmenge zwischen Balance und Stimulanz

Limbic Map

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an die Limbic® Map der Gruppe Nymphenburg/ Hans-Georg Häusel

 

Auf der Limbic® Map können alle Motive, Wünsche und Werte eines Menschen dargestellt und in Relations zueinander gesetzt werden. Sie dienen in diesem Ansatz als Grundlage für das Konsum- und Kaufverhalten und dafür, wie wir Markenpräferenzen bilden.

Limbic® und die Praxis

In der Praxis findet das Limbic® Modell häufig Anwendung in Form der sog. Limbic® Types. Was es mit diesen auf sich hat und wie sie sich praktisch anwenden lassen, erfahrt ihr im nächsten Teil.

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