Social Media Crashkurs Teil 4: Influencer Marketing

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Thumbnail-Bild „Vorher-Nachher“ Copyright Regina Hickst https://www.instagram.com/reginahixt/ 

Ihr werdet euch jetzt vermutlich denken: was hat Influencer Marketing mit einem Social Media Crashkurs zu tun? Ganz viel.

Natürlich habt ihr recht, dass es sich hierbei um keine Plattform bzw. ein Medium handelt, aber Influencer Marketing gehört zu Social Media wie Bier zu Bayern.

Und da wir mit Facebook, Instagram und YouTube nicht nur die größten Social Media Kanäle, sondern auch die gängigsten Influencer Plattformen bereits kennengelernt haben, dachte ich mir, das wäre ideal für einen kleinen Exkurs.

Definition Influencer Marketing

Also was bedeutet Influencer Marketing? Dieses grippeähnliche Unwort, das seit einigen Jahren in aller Munde ist?

Influencer sind Personen mit hoher Social Media Reichweite (z.B. auf Instagram und YouTube), die als sog. Meinungsmacher fungieren und deren Einfluss und Reichweite für Werbezwecke genutzt wird. Hierfür posten sie Beiträge (Fotos, Videos, Stories) auf ihren Social Media Kanälen und bewerben dort auf (meistens) kreative Art und Weise Produkte und Marken – in der Regel auch mit einem direkten Verkaufslink zum Produkt und oft in Kombination mit speziellen Rabatten für ihre Fanbase.

Klassisch sind Influencer Personen, die über Social Media Kanäle berühmt geworden sind, indem sie sich dort eine Reichweite und eine Fanbase aufgebaut haben. Lange Zeit waren sie abzugrenzen von Prominenten und Testimonials, aber inzwischen ist die Grenze hier sehr verschwommen, da auch klassische Testimonials und Prominente stark auf den sozialen Netzwerken vertreten sind und hier Produktwerbung machen.

Unabhängig davon spielen im Influencer Marketing zwei Punkte eine wesentliche Rolle:

  1. Die Authentizität des Influencers
  2. Das Vertrauen, dass er bei seiner Zielgruppe genießt

Warum das so wichtig ist, darauf komme ich gleich noch zurück.

 

Bedeutung Influencer Marketing für das Marketing Business

Kaum ein Trend hat sich in den letzten Jahren so durchgezogen, wie Influencer Marketing und dass der Markt lukrativ ist, zeigt sich hier:

„30.000 deutschsprachige digitale Meinungsführer – die „Influencer“ –   haben im vergangenen Jahr 560 Millionen Euro netto umgesetzt. Bis 2020 wird der Influencer-Markt mit Instagrammern, YouTubern & Co. in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) laut Goldmedia-Prognose auf knapp eine Milliarde Euro – genau: 990 Millionen – anwachsen.“  (Quelle: https://www.wuv.de/marketing/influencer_setzen_bald_milliarden_um )

 

Man hat schon früher auf Testimonials gesetzt – Influencer sind eigentlich nichts anderes – nur eben auf neuen Plattformen.

Im Marketing spielen sie eine große Rolle. Durch ihre Authentizität und ihren Einfluss bei ihren Followern sind sie die idealen Markenbotschafter und Vertriebskanäle.

Unternehmen nutzen sie, um ihre Markenbekanntheit und natürlich auch ihre Sales zu erhöhen. Wenn ich Influencer Marketing als Teil meiner Marketingstrategie aufnehmen möchte, dann sollte ich dabei allerdings ein paar Punkte unbedingt beachten:

  • vorab genau identifizieren, welcher Influencer zum Unternehmen und dem Produkt/ der Marke passt
  • Passt auch dessen Zielgruppe?
  • Eine authentische Story kreieren – warum nutzt der Influencer das Produkt? (auch wenn er den Beitrag als Werbung markieren muss)
  • Welche Kanäle sind die richtigen für das Produkt/ die Marke?
  • Rev-Share oder Fixum?
  • Ständiges Testing: passt die Story noch? Wie reagiert die Zielgruppe? Welchen Postingzeiten (Tage, Uhrzeiten) sind die besten und haben Einfluss auf die Kampagnenperformance?

Inzwischen gibt es auch Plattformen, um Influencer-Kampagnen einzustellen, auf die sich die Influencer bewerben können und das Unternehmen wählt dann den oder die passenden Influencer aus (haben Vor- und Nachteile).

Takeover: Influencer können auch die SoMe Kanäle von Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum übernehmen und dort frei posten und ihre Zielgruppe so auf den Unternehmenskanal ziehen.

Wie ihr seht: Influencer Marketing ist nicht mal eben einen YouTuber oder Instagrammer anheuern. Hier steckt vorab viel Recherche und Abstimmung drin und während der laufenden Kampagne auch

 

Vorurteile gegenüber Influencern

Wenn man über Influencer spricht, dann kommt man nicht umhin, auch über das Thema Vorurteile zu sprechen. Man denkt oft, dass es sich hier um untalentierte Jugendliche handelt, die mit ein bisschen Fotos auf Instagram und ein paar Videos auf YouTube Millionen scheffeln und eigentlich nichts dafür tun.

Zunächst mal, wie verdienen Influencer Geld?

Influencer verdienen Geld, durch Rev-Share und Provisionsmodelle oder Fixbeträge, die ihnen Unternehmen für das Bewerben eines Produktes zahlen, ebenso wie durch beispielsweise Video-Werbefomate (PreRolls, etc.). Seit einiger Zeit, müssen Beiträge, in denen geworben wird, auch als solche gekennzeichnet werden. Man hatte Angst, dass die Werbekennzeichnung die Fans verschrecken würde, aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Fans vertrauen ihren Influencern („der wird ja nichts bewerben, was er nicht gut findet“) und finden den ehrlichen Umgang mit Werbung gut. Sie haben sogar Verständnis dafür, dass Influencer werben und so ihr Geld verdienen.

Und um den Vorurteilen entgegen zu wirken: kaum jemand verdient mit Nichts-Tun Millionen. Natürlich gibt es den Anteil an Influencern, die inzwischen für ein bisschen Produkt in die Linse halten und ihren Followern präsentieren Unsummen kassieren, aber der Weg dahin war meist auch mit viel Arbeit verbunden (und ja klar, ein bisschen Glück gehört auch dazu).

Es dauert, sich eine Reichweite aufzubauen und eine Fanbase und natürlich muss diese auch mit Content gefüttert werden. Wie viel Arbeit hinter einem scheinbar einfachen Insta-Bild steckt, verrät die YouTuberin Regina Hickst:


Hinweis: Bei Klick auf das Thumbnail wird der YouTube Player geladen.

Quelle: Copyright Regina Hickst https://www.instagram.com/reginahixt/ 

Und über Videos drehen und schneiden brauche ich wohl kaum etwas sagen – da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, dass da viel Arbeit drin steckt.

Also auch, wenn es das ein oder andere schwarze Schaf gibt, Influencer sein ist nicht so einfach. Ich denke mir natürlich auch manchmal meinen Teil über die „verzogenen Rotzgören, die in ihrem Leben noch nie richtig gearbeitet haben“, aber mal ehrlich – steckt da bei jedem von uns nicht auch ein bisschen Neid dahinter? ????

 

Entwicklung des Influencer Marketings

Wie vorhin bereits erwähnt, wird dieses Jahr nochmal ein riesiges Wachstum im Bereich Influencer Marketing erwartet. Doch wo geht die Reise hin? Die Influencer Plattform reachbird hat hier zu einen sehr umfangreichen Trendreport mit spannenden Insights und ausblicken erstellt. Unter anderem folgende Trends erwartet das Unternehmen dieses Jahr:

  • Influencer als Branden Content-Produzenten
  • Influencer im Employer Branding
  • Influencer Marketing und KI)
  • Corporate Influencer
  • uvm.

Den vollständigen Trendreport von reachbird findet ihr hier zum Download: reachbird Influencer Marketing Trendreport 2019