Social Media Crashkurs Teil 7: TikTok

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Über TikTok habe ich in meinem Artikel schon so einiges berichtet. Nun möchte ich die App im Rahmen meiner Social Media Crashkurse nochmal vorstellen.

Zweck von TikTok

TikTok ist eine Kurzvideo-App mit laut Unternehmensangaben inzwischen 800 Millionen aktiven monatlichen Nutzern und ist aktuell eine der meist heruntergeladenen Apps der Welt.

Mit der aus China stammenden App können Nutzer 15-60-sekündige Hochkant-Videos aufnehmen und diese mit Filtern, Sounds und Musikschnipseln gestalten.

TikTok ist keine reine Musikvideo– und Filterplattform wie musical.ly und Snapchat, sondern ein breites Entertainment- und Themennetzwerk für eine junge Zielgruppe.

Wie bereits öfters erwähnt, ist die Zielgruppe sehr jung. Ursprünglich war die App für eine Zielgruppe ab 13 Jahren gedacht, aber es tummeln sich dort auch deutlich jüngere Kids auf der Plattform

Über das Nutzerverhalten der Deutschen gibt es hier ein paar interessante Facts:

Über 4 Millionen Nutzer gibt es in Deutschland, die im Schnitt täglich 39 Minuten auf TikTok verbringen und die App durchschnittlich 8x am Tag öffnen. Damit gehört Deutschland zu den „Heavy Usern“ weltweit. Damit kommt TikTok auf 6,5 Millarden Views im Monat – allein in Deutschland.

TikTok Nutzer DeutschlandQuelle:  Digiday

 

Begrifflichkeiten auf TikTok

Viel zu den Begrifflichkeiten muss man bei TikTok eigentlich nicht sagen. Es gibt hier keine speziellen Fachbegriffe und die Funktionen sind Selbsterklärend. Man hat die Üblichen Editor- und Interaktionsmöglichkeiten (Filter, Likes, Shares, Kommentare) wie bei anderen Plattformen auch.

Deswegen vielleicht nur ein kurzer Exkurs zur Handhabung. Diese ist nämlich extrem simpel. Wenn man sie das erste Mal öffnet, erscheint nicht etwa ein Anmelde-Screen, sondern es wird direkt Content vorgeschlagen. Wischt man nach oben, gelangt man direkt zum nächsten Video. So kann der Nutzer weiterscrollen und massenhaft neuen Content entdecken.

Artikel 29_Funktionen TIktokMöchte man selbst ein Video erstellen, geht das ganz einfach über ein Pluszeichen in der Mitte des Screens. Bevor man das Video dreht, kann man verschiedene Filter, Effekte und Hintergründe einstellen. Über „Sound auswählen“ sind zudem viele Töne und aktuelle Songs gelistet, die dem Video hinzugefügt werden können. Nach dem Dreh kann das Video sogar noch zurecht geschnitten werden. Der fertige Clip darf bis zu 5 Minuten lang sein.

 

Werbemöglichkeiten auf TikTok

Bei den Werbemöglichkeiten fordert Tik Tok die Unternehmen heraus. Man kann hier nicht einfach einen Adslot einbuchen. Das liegt vermutlich auch daran, dass man die junge Zielgruppe schützen möchte.

Unternehmen müssen hier kreativ werden. Sie haben z.B. die Möglichkeit sog. Challenges ins Leben zu rufen. Dafür wird ein Thema bzw. eine Aufgabe vorgegeben, die die User dann unter einem bestimmten Hashtag verbreiten.

Jüngst hat die US-Marke Guess die Kampagne #InMyDenim gestartet. Nutzer sollen sich hier in ihren Jeans filmen und das Video auf die Plattform laden. Zahlen zu dieser Kampagnen sind mir bisher nicht bekannt.

Eine weitere Werbemöglichkeit sind hier vor allen die jungen Influencer, die Produkte und Marken in ihre Videos mit einbauen und die Challenges von Unternehmen bewerben.

 

Edit 2024: Inzwischen besitzt TikTok einen Werbeanzeigenmanager ähnlich wie META, in welchem man die verschiedensten bezahlten Kampagnen einbuchen kann.

Was erwartet euch 2019 in meiner Corner?

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Ein letztes Mal für dieses Jahr herzlichen willkommen in meiner Marketing Corner!

Erstmal möchte ich mich bei allen bedanken, die mich die letzten Monate begleitet und unterstützt haben und vor allem die, die fleißig jeden Beitrag geliked haben 🙂

Zum Jahresende möchte ich zum einem nochmal kurz für euch resümieren, was wir bisher gelernt haben, aber vor allem möchte ich euch einen kleinen Ausblick geben, was euch 2019 erwartet 🙂

Im August diesen Jahres haben wir mit den Grundlagen der Werbe- und Konsumentenspychologie begonnen. Dabei stand im Fokus das sog. S-O-R-Modell, bei welchem es um die nicht sichtbaren Prozesse – die kognitiven und die aktivierenden Prozesse in der Black Box des Konsumenten ging.

Wir haben gelernt, dass diese Blackbox der Knackpunkt der Konsumentenspychologie ist, weil wir als Marketer wissen und verstehen wollen, was in ihr passiert, um so den Kunden bestmöglich zu erreichen.

Dabei haben wir gelernt, dass das sog. Involvement eine wichtige Rolle spielt. Je nachdem, ob der Kunden sich im high oder low Involvement befindet, müssen wir ihn anders ansprechen, um ihn zu aktivieren. Hier habt ihr dann verschiedene Tools kennengelernt, wie emotionale Konditionierung, Schlüsselreize, Preispsychologie und multisensorisches Marketing.

Und last but not least, alles rund um das Thema Marke und die Etablierung einer erfolgreichen Marke.

Grundsätzlich seid ihr jetzt also bestens für die Werbepsychologie gerüstet 😉 Also was will die Alte uns noch erzählen, fragt ihr euch?

2019 dürft ihr euch unter anderem auf folgende Themen freuen: ihr lernt etwas über Erlebnismarketing Ich werde euch viele praktische Beispiele für Kampagnen geben und unter anderem auch für Produktgestaltung. Außerdem werde ich einige Selbsttests durchführen, wie z.B. die Pepsi-Cola Challenge.

Wir werden dann auch immer mehr in das Thema Online Marketing, Social Media und Influencer Marketing gehen. Hier wird es für alle, die noch nicht so bewandert sind, kleine Crashkurse geben 😉

So, das war schon mal eine kleine Sneak Preview! Ich freue mich natürlich auch immer über Anregungen und Fragen und produziere dazu gerne auch Videos. Also bloß keine Scheu 🙂

Ich freue mich auf euch im neuen Jahr und wünsche euch alles Gute! Viel Gesundheit, Erfolg und viele tolle Erlebnisse! Wir sehen uns!

TikTok_Beitragsbild

TikTok TikTok… die Stunde einer neuen App hat geschlagen

Quelle: iTunes App-Store

Eine neue App erobert zurzeit die App-Stores und Smartphones unserer Jugendlichen im Sturm: TikTok

Noch nie davon gehört? Macht nichts! Nach meinem Artikel weißt du alles, was du über die App wissen musst und welche (Werbe-) Möglichkeiten es gibt, die vielleicht auch für dein Unternehmen spannend sein könnten!

 

Was ist TikTok und woher kommt die App?

TikTok ist eine Kurzvideo-App mit derzeit 500 Millionen aktiven monatlichen Nutzern und ist aktuell eine der meist heruntergeladenen Apps der Welt.

Mit der aus China stammenden App können Nutzer 15-60-sekündige Hochkant-Videos aufnehmen und diese mit Filtern, Sounds und Musikschnipseln gestalten. Das erinnert euch stark an musical.ly? Das liegt vielleicht daran, dass Bytedance, das Unternehmen hinter der App, musical.y im November 2017 für rund 800 Millionen US-Dollar übernommen hat und dabei auch maßgeblich die bei den musical.ly-Nutzern so beliebten Funktionen. Hintergrund der Übernahme war die Expansion in den westlichen Markt. TikTok hieß in China ursprünglich Douyin und galt als eine Art Snapchat-Klon. Den Anschluss an den westlichen Markt verpasste Bytedance damals als musical.ly 2016 in Europa und den USA boomte. Um die dort so wichtige Zielgruppe zu erreichen, wurde der Konkurrent deshalb kurzerhand aufgekauft und im August 2018 traten Douyin und musical.ly vereint als TikTok auf den Markt – und Bytedance Strategie ging auf.

TikTok_Top Apps by Download Q2 2018

 

Funktionen von TikTok und Unterschiede zu musical.ly und Co.

Die Handhabung der App ist extrem simpel. Wenn man sie das erste Mal öffnet, erscheint nicht etwa ein Anmelde-Screen, sondern es wird direkt Content vorgeschlagen. Wischt man nach oben, gelangt man direkt zum nächsten Video. So kann der Nutzer weiterscrollen und massenhaft neuen Content entdecken.

Möchte man selbst ein Video erstellen, geht das ganz einfach über ein Pluszeichen in der Mitte des Screens. Bevor man das Video dreht, kann man verschiedene Filter, Effekte und Hintergründe einstellen. Über „Sound auswählen“ sind zudem viele Töne und aktuelle Songs gelistet, die dem Video hinzugefügt werden können. Nach dem Dreh kann das Video sogar noch zurecht geschnitten werden. Der fertige Clip darf bis zu 5 Minuten lang sein.

Und natürlich ist es möglich, anderen Nutzern zu folgen.

TikTok_Screenshot App StoreQuelle: iTunes App-Store

 

Während musical.ly eher auf Lipsync-Karaoke fokussiert war, ist TikTok breiter aufgestellt. Die App hat zahlreiche Kategorien, wie Sport oder Comedy und spricht damit eine breitere Zielgruppe an. TikTok ist keine reine Musikvideo– und Filterplattform wie musical.ly und Snapchat, sondern ein breites Entertainment- und Themennetzwerk für eine junge Zielgruppe.

Auch was das Thema Sicherheit und Jugendschutz angeht, möchte sich TikTok von der Konkurrenz abgrenzen. Besonders junge Mädchen neigen dazu, sich in ihren Videos auch knapp bekleidet zu präsentieren. Deswegen hatte insbesondere musical.ly Probleme mit Pädophilen in ihrem Netzwerk. Bytedance hat darauf reagiert, indem sie die Privatsphäre-Einstellungen angepasst haben. Nutzer können sie so einstellen, dass ihre Videos nur für angemeldete Nutzer freigeschalten sind (ob das die Hürde für Pädophile aber ausreichend erhöht?).

Update Dezember 2022: Der VFR-Verlag für Rechtsjournlismus hat hierzu erst kürzlich ihren Ratgeber-Artikel zu diesem Thema aktualisiert. Behandelt werden dort folgende Themen:

  • FAQ: Mindestalter bei TikTok
  • TikTok: Ab welchem Alter darf die App genutzt werden?
  • Wie gefährlich ist TikTok für Kinder und Jugendliche?
  • Wie lässt sich TikTok kindersicher einstellen?

Wer sich einlesen mag, hier geht’s zum Artikel https://www.bussgeldkatalog.net/ab-wie-viel-jahren-ist-tiktok/

 

Challenges und Marketing

Um seine Nutzer bei Laune zu halten kreiert TikTok immer wieder neue Engagement-Tools und Content.

Besonders beliebt und wirkungsvoll sind die sog. „Challenges“. Wie bereits musical.ly zuvor, initiiert TikTok unter einem Hashtag bestimmte Challenges, die die User dazu animieren sollen, mitzumachen. Ganz aktuell ist die sog. #simbachallenge, bei der die User die Anfangsszene von „König der Löwen“ nachstellen, indem sie beispielsweise ihr Haustier über den Kopf halten. Über den Hashtag #simbachallenge verbreiten sie ihren Beitrag auf der Plattform.

Mit solchen Aktionen schafft es TikTok, dass über die Hälfte der monatlichen Nutzer auch täglich die App nutzen und das durchschnittlichen sogar 52 Minuten lang!

Neben User-Generated-Content wirbt die App aber auch ganz massiv auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und Co. Auf YouTube beispielsweise lädt TikTok Werbeclips, welche in der Regel TikTok-Videos von Usern sind, auf Kanäle mit beliebig wirkendem Namen hoch, stellt sie auf „nicht gelistet“ und schaltet sie dann als Werbung. Diese Werbevideos haben meist mehrere Millionen Views, wobei der Verdacht naheliegt, dass die meisten in Anbetracht der vielen Dislikes gekauft sind. Dennoch ist dies ein Beispiel für die horrenden Media-Spendings des Unternehmens.

Das Unternehmen setzt zudem auf die bereits bewährten musical.ly Influencer. Die einstigen deutschen musical.ly-Stars Lisa und Lena sind mittlerweile zu TikTok umgezogen (ihre Plattform gibt es ja so gesehen auch nicht mehr) und sind mit knapp 32 Millionen Fans nach wie vor die erfolgreichsten westlichen Influencer bei TikTok. Sie posten ihre Videos zudem auf ihrem Instagram-Kanal (ca. 14 Mio. Follower) und ziehen somit immer mehr neue Nutzer in die TikTok-App.

 

Wie werben andere auf TikTok?

Werbung auf TikTok läuft meist über die bereits erwähnten Challenges. Unternehmen rufen unter einem Hashtag ihre eigenen Challenges ins Leben und animieren User so zur Interkation mit ihrer Marke. Jüngst hat die US-Marke Guess die Kampagne #InMyDenim gestartet. Nutzer sollen sich hier in ihren Jeans filmen und das Video auf die Plattform laden. Zahlen zu dieser Kampagnen sind mir bisher nicht bekannt.

Eine andere Challenge beweist allerdings, dass das Konzept aufgeht: derzeit läuft eine gesponserte Challenge zum Film „Bohemian Rhapsody“. Unter #WeWillRockYou präsentieren TikTok-Nutzer ihre besten Performances zum gleichnamigen Song. Laut TikTok wurden bisher knapp 36 Millionen Clips mit dem Hashtag versehen.

 

Fazit

„TikTok  – make every second count“ – das ist das Credo der neuen Super-App und es scheint auch bei den Nutzern Programm zu sein. Meine klare Empfehlung: wollt ihr eine junge Zielgruppe (12 bis teils sogar 20 Jahre) erreichen, dann dürft ihr diese App nicht ignorieren. Mit einer Bewertung von 75 Milliarden US-Dollar gilt das Unternehmen als aktuell wertvollstes Startup der Welt – und das noch vor Uber!

Trommelt eure Kreativ-Köpfe zusammen und überlegt, wie eure Challenge aussehen könnte. Was passt zu eurer Marke? Wie können die User damit interagieren?

Wie immer heißt es im Marketing „Trial & Error“ – herausfinden was für euch funktioniert und was nicht. Aber es wäre fahrlässig, TikTok wegen potentieller Errors nicht wenigstens einmal zu testen.

Und seid vorsichtig mit Aussagen wie „die App gibt es doch in 2 Jahren eh nicht mehr“. Mag sein. musical.ly wurde am Anfang auch belächelt und ja die App, gibt es so gesehen nicht mehr, aber man sollte ein Plattform nutzen, so lange sie heiß ist und nicht auf die nächste Social Media Oma à la Facebook warten, in der Hoffnung, dass es eine Plattform schafft sich über Jahrzehnte zu halten – dafür ist unsere Branche einfach zu schnelllebig. Also hype the hype, denn tiktok…. 😉