Advertising needs Psych: Warum Online Marketing ohne Psychologie nicht funktioniert

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Viele fragen mich: Kannst du dein Wissen aus der Werbepsychologie eigentlich im Alltag anwenden?  Die klare Antwort: Ja.

Als Werbepsychologin habe ich seit jeher einen besonderen Blick auf Nutzerverhalten und User Journey und wenn ich eins gelernt habe, dann dass Online Marketing ohne Psychologie nicht funktioniert.

Das Involvement und der Funnel

Grundsätzlich musst Du davon ausgehen, dass es zwei Arten von Kunden gibt: high involviert und low involviert. High involvierte Kunden haben sich entweder bereits mit Dir oder Deinem Produktfeld auseinandersetzt. Sie haben recherchiert und sind offen für Angebote. Diese erreichst Du im Advertising i.d.R. sehr gut.

In der Werbeansprache wollen sie wissen, warum ausgerechnet Dein Produkt das Beste ist. Oft kannst Du diese bereits retargeten oder durch gezielte Interessen filtern. Rabatte und Angebote machen dich sympathisch.

Leider ist der Großteil der User aber low involviert, das kommt einer Kaltakquise gleich. Willst Du diese potentiellen Kunden erreichen, musst Du ihnen viele Informationen geben und sie erstmal auf Dich und Deine Produkte aufmerksam machen. Erfahrungsgemäß funktioniert hier Videocontent sehr gut. Dieser generiert im ersten Schritt mehr Aufmerksamkeit, weil es Bewegtbild ist. Durch Aufmerksamkeit kannst Du Interesse lenken. Erst im Remarketing gibt man diesen Usern plakative Angebote, am besten in statischer Bildform.

Erfahrungsgemäß sind dies auch sehr preissensitive Kunden.

Die User Journey

Wie denkt der Kunde? Oder: Schließe niemals von Dir selbst auf andere! Was für Dich logisch erscheint, muss es nicht zwangsweise auch für den Kunden sein. Gehe also bei der Gestaltung Deiner User Journey niemals von Deinem Wissensstand aus.

Meine Tipps:

  • Wenige Klicks von der Ad zum Produkt
  • Produkt und Infos klar im Fokus der Landingpage
  • Einfacher Bestellprozess
  • Einfache und vielfältige Bezahlmöglichkeiten

Und wie immer: testen, testen, testen.

Mein kleines Online-Psychologie-1×1

Und nachfolgend noch ein paar meiner Learnings aus den letzten Jahren, wenn es um die Verbindung von Online Marketing und Werbepsychologie geht:

  • Im Push: Bewegtbild schlägt Statisch
  • Im Remarketing: Statisch schlägt Bewegtbild
  • Im Push: Personen auf Bildern sorgen für Trust • Im Remarketing: Bringe Dein Angebot auf den Punkt
  • Rabatte werden vom User erst ab 20% als wertvoll eingestuft
  • Streichpreise erhöhen die Wahrscheinlichkeit des subjektiven „Deal-Erlebnisses“
  • CTAs mit „Jetzt kaufen“/ „Jetzt starten“ funktionieren besonders gut
  • CTAs und Aktionsbadges auf Grafiken müssen sich farblich signifikant von der CI unterscheiden

Marketing 2021: Trends oder Nachsitzen?

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Ja, was kann man nach einem Jahr wie 2020, in dem so ziemlich jede Marketing und Social Media Strategie auf den Kopf gestellt wurde, eigentlich für das nächste Jahr erwarten?

Gibt es denn überhaupt Trends?

 

Status Quo Marketing 2020

Zunächst zu einer kleinen Bestandsaufnahme, was sich dieses Jahr alles verändert hat:

Umverteilung der Budgets

Ihr habt auf Videoproduktionen, Events und Co. gesetzt – all das ist ausgefallen und ihr musstet neue wegen finden, wie und wo ihr eure Zielgruppe erreicht und entsprechend Budgets verteilen.

Contents mit Mehrwert

Eure Kunden haben zunehmend Content mehr gesellschaftlichem Mehrwert verlangt. Farbe bekennen spielt auch eine wichtige Rolle – auch, wie das Unternehmen mit Corona umgegangen ist.

Digitales Kundenerlebnis

POS? Fehlanzeige! Wem es möglich war, der musste sein Angebot online verlagern.

 

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Jedes Unternehmen und jeden Mitarbeiter hat Corona vor andere Herausforderungen gestellt. Alle haben sie aber eines gemeinsam: Sie werden uns nachhaltig beeinflussen.

 

Gibt es überhaupt Marketing Trends 2021?

Wenn wir mal ehrlich zu uns selbst sind, sollten wir im nächsten Jahr versuchen, die Learnings der letzten Jahre aufzuarbeiten und umzusetzen, bevor wir uns auf die nächsten vermeintlichen Trends stürzen.

Aktuell bringt gefühlt jede Plattform eine Story-Funktion heraus. Jüngst Twitter und LinkedIn. Instagram ist dieses Jahr mit Reels gestartet und TikTok hat sich fürs Advertising geöffnet.

Doch wer nutzt das professionell und mit Strategie?

Wenn ich mich so in der Social Media Landschaft umsehe, stürzt sich jeder wild entschlossen auf die neuen Features und Kanäle – man will ja schließlich First Mover sein.

Aber in der Realität sieht man dann oft halbherzig geführte Profile oder Content, der schlicht nicht für die Plattform und deren Zielgruppe gemacht, sondern zweitverwendet wurde.

Die „4Cs“

Ganz hängen lassen und euch nur schimpfen, möchte ich natürlich auch nicht 😉 Tatsächlich scheint sich zumindest Content-seitig ein neues Modell auf zu tun:

Die sog. „4 Cs“ des Covid-Cotents

  • Community (Gemeinschaft)
  • Contactless (Kontaktlos)
  • Cleanliness (Hygiene/ Sauberkeit )
  • Compassion (Mitgefühl)

Dies sind Werte, die sich aus dem Doing 2020 im Zusammenhang mit Corona gebildet haben und die die Kommunikation auch nächstes Jahr wohl noch beeinflussen wird.

Wir haben festgestellt, dass Corona einen positiven Impact auf die Wahrnehmung von Marken hatte, die sich in diesem Zusammenhang positiv hervorgetan haben. Entsprechend sollte diese Linie weiter verfolgt werden, wenn es um die Planung von Inhalten und Strategie geht. Im Fokus steht immer der Mehrwert des Kunden und der Mehrwert für die Gesellschaft. Hierauf wird künftig vermehrt Wert gelegt.

Nachsitzen und Hausaufgaben machen

Im Grund lässt sich sagen: Macht eure Hausaufgaben! Was habt ihr in den letzten 2 oder 3 Jahren versäumt oder nur halbherzig geführt? Nicht nur auf 2020 blicken.

Aktuell werden wir gefühlt von neuen Plattformen und Formaten erschlagen. Man kommt überhaupt nicht mehr hinterher alle Kanäle zu bedienen und den passenden Content zu produzieren. Und so geht es nicht nur Unternehmen. Auch der User muss mit der Menge zurechtkommen.

Macht also mal eine ganz ehrliche Review eurer Strategien und Ziele. Plant Kanäle und Contents nachhaltig bevor ihr euch auf den nächsten vermeintlichen Trend stürzt.

DMEXCO 2019 – Review

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40.000 Besucher, 1.000 Austeller und 550 Speaker – das sind die Eckdaten der diesjährigen DMEXCO. Unter dem Motto „Trust in you“ versammelte sich auch dieses Jahr wieder die Digitalbranche in Köln. Was die Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr so bewegt hat, erfahr ihr hier:

Trust in You

Trust in you – ein sehr ungewöhnliches Motto für eine Messe aus dem Marketing und Digitalbereich, doch im Zuge von KI ein wichtiger Schritt.

Laut einer Studie von Adobe im Vorfeld der DMEXCO, machen sich 90% der Deutschen Sorgen um eine missbräuchliche Verwendung ihrer Daten. Dabei sei aber die Generation Z deutlich bereiter mit Marken und deren Werbung zu interagieren als vergleichsweise die Generation 55+.

Auch der BVDW e.V. zeigt mit seiner neusten Umfrage, dass das Thema Vertrauen für Nutzer und die Digitalbranche gleichermaßen an Bedeutung gewinnt. 72% gaben an, dass sie digitale Produkte und Services bevorzugen, die so geplant und entwickelt werden, dass sie sich an ethisch nachvollziehbaren Standards orientieren.

“Wenn KI-Anwendungen immer zahlreicher und Smart-Home-Systeme zunehmend selbstverständlicher werden, müssen wir auf der DMEXCO über Vertrauen, Transparenz und Ethik sprechen. Und hier zeigt unsere aktuelle Studie, wie sehr das Thema Ethik in das Bewusstsein der Digitalen Wirtschaft gerückt ist. Das wird mehr und mehr zu einem ernsten Faktor für die europäische Digitalbranche im Wettbewerb mit China und den USA“, analysiert Matthias Wahl, Präsident des BVDW.

“We have to establish a perfect harmony between privacy on the one hand and our personal experiences on the other hand.“ , sagt Keynote-Speakerin Stephanie Buscemi, Chief Marketing Officer von Salesforce.

Wie Unternehmen diese Art von Vertrauen in ihre Visionen und Unternehmenskulturen einarbeiten werden, wird sich aber wohl noch zeigen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ein weiteres sehr ungewöhnliches Thema für eine Digitalmesse, welches von zwei Seiten zu betrachten ist:

Ökologische Nachhaltigkeit

Seit Neustem engagiert sich die DMEXCO zusammen mit Social Business Treedom in einem sozialen Projekt, bei dem Bäume in Kenia gepflanzt werden, die rund 1 Mio. Kilogramm CO2 speichern sollen, um so einen Teil des Ausstoßes für die Anreise zur Messe zu kompensieren.

Aber nicht nur das: auch viele Aussteller setzen mehr auf Nachhaltigkeit. Tchüss Plastik- und Pappbecher to Go, hallo PLA-Becher, Jutebeutel und Bambusgeschirr – ein schöner Trend!

Ökonomische Nachhaltigkeit

Diese zeigt sich gerade im Umgang mit Influencern. Wichtiger werden hier immer mehr langfristige Beziehungen als „Prepaid-Kooperationen“. In unserer Agentur nutzen wir dieses Potential bereits. Wir sprechen daher auch von Influencer Relations. Schlichtweg einem Influencer mit hoher Reichweite ein Produkt in die Hand zu drücken und dann auf Milliarden-Umsätze zu hoffen, reicht heute nicht mehr. Storytelling, langfristige, gute Beziehungen (Vertrauen! – womit wir wieder beim Thema wären) und Influencer als Content Creators (Adieu Stockfootage) sind hier Wege der Zukunft.

Weg von Full-Service hin zur Spezial-Agentur

Da ich dieses Jahr zum ersten Mal selber als Aussteller auf der DMEXCO war, hatte ich nochmal einen ganz anderen Blickwinkel und konnte zumindest in der World of Agencies, in der wir unseren Stand hatten, einen persönlichen Trend ausmachen: viele Unternehmen bewegen sich weg von Full-Service Agenturen und suchen stattdessen lieber gezielt nach Spezialagenturen. Die Zeiten, in deinen eine Agentur die eierlegende Wollmilchsau sein sollte, scheinen sich dem Ende zu neigen, denn das, was wir von unseren Standbesuchern mitbekommen haben, war, dass sie für die einzelnen Bereiche Experten suchen. Ob Social Media Advertising, Video Content oder Community Management – Unternehmen scheinen nun lieber mehrere Agenturen zu haben, die auf ihrem jeweiligen Gebiet Fachkompetenz inne haben als alles ganz, aber dafür nicht immer mit dem 100% Know-How bei einem Dienstleister zu haben.

 

Fazit

Falls ihr euch erinnert, ist mein Fazit zur DMEXCO letztes Jahr nicht ausschließlich positiv ausgefallen. Ich war insbesondere enttäuscht vom Auftreten der Aussteller, welches wenig proaktiv war. Mein Ziel war, dies selber besser zu machen – das hatten sich wohl auch die meisten anderen vorgenommen, so dass die Messe zu regem Austausch und gutem Networking einlud.

Auch wenn ich selber keine Gelegenheit hatte, an Seminaren oder ähnlichem teilzunehmen, fand ich allein die Auswahl dieses Jahr deutlich qualitativer und nicht mehr so generisch. Laut Feedback von Bekannten scheinen viele der Seminare und Vorträge auch tatsächlich sehr praxisnah und Learning-orientiert gewesen zu sein.

Die neue Gestaltung der World of Agencies und der neu konzipierte Future Park (7.000qm auf denen 175 Technologieführer und Start-ups ihre Produkte und Services rund um die relevanten Tech-Themen KI, Big Data,  Mixed Reality, Smart Technologies und Mobility bis hin zu IoT und Blockchain präsentierten) schaffte einen schönen Mehrwert.

Insgesamt fand ich es auch gut, dass die Themen etwas politischer waren und die Neuerungen aus 2019 machen Hoffnung, dass auch 2020 wieder ein spannendes Jahr wird 😉

Wizards Unite & the State of AR in Germany

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2016 gab es wohl keinen größeren Hype als Pokémon Go

  • 2 Mrd. Dollar Umsatz
  • Über 800 Mio. App-Downloads
  • 45 Millionen-Spieler zur selben Zeit zu Beginn des Hypes
  • Zahlreiche Kooperationen (z.B. Starbucks)

Das war die Bilanz des ersten massentauglichen Augmented Reality Games.

 

Jetzt, 3 Jahre später, soll sein Nachfolger mind. genauso erfolgreich werden: Harry Potter – Wizards Unite.

Seit 21.06. ist das Spiel nun auf dem Markt, doch der Start verlief im Vergleich zu Pokémon Go laut verschiedenen Medienberichten etwas holprig. Das Game wurde am ersten Wochenende von 3 Mio. Spielern installiert – bei Pokémon Go hingegen waren es in den ersten vier Tagen 24 Mio. Installationen und das allein in den USA, Neuseeland und Australien.

Die User bemängeln vor allem die massiven Pay-to-Win Elemente (man muss für Elemente, die notwendig sind, um im Spiel weiterzukommen, bezahlen), zu viel Text und den enormen Energie- und Datenverbraucht.

Trotz des verhaltenen Einstiegs und der Kritik scheint es aber den hartgesottenen Harry Potter und AR Fans viel Spaß zu machen – und das ist ja die Hauptsache.

Aus meiner Sicht aber, ist der Hype, wie es ihn damals bei Pokémon Go gab nahezu ausgeblieben.

 

State of the German AR

Den Start von Wizards Unite wollte ich auch mal zum Anlass nehmen, einen kurzen Überblick über den Stand von Augmented Reality zu geben.

Wenn ihr euch erinnert, hatte ich in meinem Fazit zur DMEXCO 2018 geschrieben, dass Augmented Reality zu den mega Trends der kommenden Jahre gehören wird (siehe https://marketingcorner.de/dmexco-2018-insights).

Viele Unternehmen wagen sich jetzt an AR. Insbesondere in der Luftfahrt ist es von großer Bedeutung, wenn es z.B. um Flugsimulatoren in der Pilotenausbildung geht. Aber auch im Marketing kommt der Trend langsam an. Siehe nicht zuletzt Pokémon Go und Wizards Unite, aber auch Ikea bietet seinen Kunden schon die Möglichkeit per App die richtigen Möbel auszusuchen, indem sie sie virtuell in ihrer eigenen Wohnung betrachten können.

Im Consumer-Bereich wird sich AR laut einer Studie von Deloitte in den nächsten Jahren vor allem in 6 wesentlichen Kategorien etablieren:

  • Games (siehe Pokémon Go und Wizards Unite)
  • Lerninhalte
  • Shopping (siehe Ikea)
  • Werbung
  • Navigation & Reiseführer
  • Social Networks

Außerdem gehen sie von einer massiv steigenden Nutzerzahl aus. So würden bereits im Jahr 2023 über 20 Millionen Konsumenten in Deutschland regelmäßig AR-Funktionen nutzen, womit die Anzahl der aktiven Nutzer jährlich um über 50% stiege.

 

Deloitte Studie AR

Quelle: Deloitte

 

Insgesamt liegt Deutschland allerdings im internationalen Durchschnitt noch etwas zurück. Während in China bereits 51% und in den USA sogar 59% der Unternehmen schon damit begonnen haben AR (und VR) zu implementieren, sind es in Deutschland gerade mal 38% und liegt damit z.B. auch hinter Frankreich mit 48%. – so eine Studie von Capgemini.

Capgemini Studie AR

 

Wer sich gerne tiefer mit dem Feld AR und seiner Entwicklung in Deutschland befassen möchte, der kann sich in den Studien von  Deloitte und Splendid Research noch ein bisschen intensiver einlesen.

 

Fazit

Auch wenn wir auf einem guten Weg sind, bleibt uns letztendlich wieder nichts anderes als abzuwarten, wie sich AR in Deutschland entwickeln wird. Ich sehe aber gerade in den von Deloitte genannten Bereichen große Potentiale.

 

Anmerkung

Für alle, die sich jetzt fragen, was Pokémon Go und Wizards Unite eigentlich sind: das sind Spiele, die man sich als App mit dem Handy herunterladen kann und auf der Kinderserie Pokémon (Pokémon Go) und den Filmen von Harry Potter (Wizards Unite) basieren. Die Spiele sind so aufgebaut, dass sie sich in deine reelle Umgebung einfügen. Sprich, wenn du auf dein Smartphone-Display schaust, siehst du deine reelle Umgebung, in der du dich gerade befindest, nur dass dieser virtuelle Elemente, wie z.B. Pokémons hinzugefügt sind, mit denen du sogar interagieren kannst (basierend auf der Serie Pokémon kannst du hier die virtuellen Monster in deiner Umgebung fangen und sammeln). Dies basiert auf dem Prinzip von Augmented Reality.

Interview: Der Beruf Social Media Manager im Profil

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In diesem Video durfte ich ein Interview für eine Seminargruppe der Sportwissenschaften der TU München geben. Die Studenten sollten den Beruf des Social Media Managers und den Bereich Social Media PR genauer unter die Lupe nehmen und ich habe ihnen dafür Rede und Antwort gestanden:

1. Was sind deine Aufgabenfelder als Social Media Marketing Managerin?
2. Gibt es einen Unterschied (im Tätigkeitsbereich) von Social Media Marketing und Social Media PR?
3. Wie können wir uns deinen typischen Tagesablauf vorstellen?
4. Welche Qualifikationen sind für dieses Berufsfeld notwendig?
5. Wie schätzt du die Frauenquote in diesem Berufsfeld ein?
6. Gibt es ein Konzept für Postings? Spielen Faktoren, wie Uhrzeit eine ggf. eine Rolle?
7. Wie hat sich Social Media deiner Meinung nach entwickelt?
8. Wie wird die Entwicklung weitergehen?
9. Sind Social Media Plattformen für manche Unternehmen eher geeignet, als für andere?
10. Wie gelingt einem Unternehmen ohne Social Media ein erfolgreicher Einstieg?
11. (Wann) Sollten Unternehmen mehr Geld in Mitarbeiter für ihre Social Media PR investieren?
12. Welche Veränderungen hast du im Laufe deiner Karriere in diesem Berufsfeld wahrgenommen?

Retargeting: einfach nur creepy oder unser bester Freund?

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Den meisten ist es wohl bekannt, wenn nicht, dann ist es euch aber zumindest schon aufgefallen: ihr sucht nach einem bestimmten Produkt im Internet und auf wundersame Weise erhaltet ihr dann bei euren Google Suchanfragen, bei Facebook, Instagram und Co. Werbeanzeigen für eben dieses und auch verwandte Produkte. Reiner Zufall? Nein, natürlich nicht. Das liebe Freunde ist Retargeting.

 

Was ist Retargeting und wie funktioniert es?

Retargeting (oder auch Remarketing genannt) ist ein Instrument im Online Marketing, bei dem einem Internetnutzer, der eine bestimmte Website besucht hat oder nach einen bestimmten Produkt gesucht bzw. es angeklickt hat, gezielte Werbeanzeigen und -einblendungen passend zu seinem Online-Verhalten/ seiner Suche ausgespielt werden.

Ziel des Retargetigs ist es, die sog. Conversion auf der Website des Werbetreibenden zu erhöhen und somit im besten Fall dessen Umsatz. Retargeting findet deshalb vor allem im E-Commerce Anwendung.

Retargeting wird normalerweise über Cookies realisiert. Dazu wird im Quellcode einer Website ein sog. Pixel eingebaut. Ein Pixel ist eine kurze Codezeile, die auf dem Rechner des Nutzers einen Cookie setzt, sobald der Browser (=Client) die entsprechende Seite geladen hat.

Durch diesen Cookie werden dann Informationen, wie z.B. Produktklicks registriert und an einen Adserver übermittelt. Dieser Adserver koordiniert dann die Auslieferung der Werbeanzeigen. Wenn der Nutzer dann eine andere Website besucht, die am gleichen Werbeprogramm teilnimmt, wie der Adserver, werden ihm passende Werbeangebote ausgespielt.

Die Werbeeinblendungen (= Ad Impressions) für den Nutzer werden in der Regel über sog. Real Time Bidding gekauft, also eine Art Echtzeit-Auktion, bei der die Werbung desjenigen Werbetreibenden (Advertisers) angezeigt wird, der das höchste Gebot auf ein bestimmtes Nutzerprofil abgegeben hat.

 

Warum macht man Retargeting?

Wie bereits gesagt, ist das übergeordnete Ziel des Retargeting Conversions auf einer Website zu erhöhen. Der Vorteil besteht darin, dass Werbekampagnen sehr genau segmentiert und gesteuert werden können, was eben „user-freundlicher“ ist und natürlich auch enorm Kosten einspart, da man weniger Streuverluste hat.

Weitere Gründe, warum sie im Online Marketing so beliebt sind

  • Auffangen von Kaufabbrechern und technischen Fehlern im Warenkorb = der Kunde ist nicht verloren, vor allem, wenn er den Kauf gar nicht absichtlich abbrechen wollte
  • Das Produkt liegt im Warenkorb, wurde aber noch nicht gekauft = Retargeting als Erinnerung
  • Verknüpfung von Werbekampagnen
  • Ausspielung von Produkten aus verwandten Kategorien = mehr Auswahl für den Kunden, erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit

 

Retargeting: Super creepy oder mega hilfreich?

Hinter Retargeting steht die Erkenntnis, dass zielgerichtete Werbung besser funktioniert und zu höheren Conversions führt, da die Kaufwahrscheinlichkeit bei Nutzern, die bereits auf einer bestimmten Website waren, tendenziell höher ist.

Auf der einen Seite könnte man deswegen sagen, dass es uns als User nur zu Gute kommt. Wir bekommen schließlich keine nervige Werbung für alles, sondern Werbung für Produkte und Dienstleistungen, die uns interessieren.

Auf der anderen Seite steht Retargeting auch in der Kritik. Denn aus Sicht von vielen Nutzern besteht der Vorwurf, verfolgt und ausspioniert zu werden. Datenschützer bemängeln, dass hier die Aktivitäten der Nutzer zu Werbezwecken ohne deren Zustimmung verfolgt werden. Dies ist aber zumindest seit der DSGVO mit der Pflichteinbindung von Cookie-Hinweisen auf Webseiten kein 100% Argument mehr.

Ich kann hier natürlich beiden Seiten verstehen: Nutzer und Datenschützer, aber eben auch Werbetreibende. Ich denke, jedem ist heutzutage bewusst, dass er sich durch die Nutzung des Internets und Online-Shopping transparent macht, weswegen man nicht mit dem Finger allein auf Marketer zeigen sollte.

Wichtig ist natürlich das Maß. Werbetreibende sollten immer auf sog. Frequency Capping setzen. Dadurch wird verhindert, dass Nutzer bestimmte Werbeeinblendungen zu oft sehen.

Und ansonsten sag ich nur: wie wäre es denn mal wieder ganz analog mit Einkaufen im Einzelhandel? Da werden ja bestimmt keine Daten übertragen und ausgewertet 😉

Was erwartet euch 2019 in meiner Corner?

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Ein letztes Mal für dieses Jahr herzlichen willkommen in meiner Marketing Corner!

Erstmal möchte ich mich bei allen bedanken, die mich die letzten Monate begleitet und unterstützt haben und vor allem die, die fleißig jeden Beitrag geliked haben 🙂

Zum Jahresende möchte ich zum einem nochmal kurz für euch resümieren, was wir bisher gelernt haben, aber vor allem möchte ich euch einen kleinen Ausblick geben, was euch 2019 erwartet 🙂

Im August diesen Jahres haben wir mit den Grundlagen der Werbe- und Konsumentenspychologie begonnen. Dabei stand im Fokus das sog. S-O-R-Modell, bei welchem es um die nicht sichtbaren Prozesse – die kognitiven und die aktivierenden Prozesse in der Black Box des Konsumenten ging.

Wir haben gelernt, dass diese Blackbox der Knackpunkt der Konsumentenspychologie ist, weil wir als Marketer wissen und verstehen wollen, was in ihr passiert, um so den Kunden bestmöglich zu erreichen.

Dabei haben wir gelernt, dass das sog. Involvement eine wichtige Rolle spielt. Je nachdem, ob der Kunden sich im high oder low Involvement befindet, müssen wir ihn anders ansprechen, um ihn zu aktivieren. Hier habt ihr dann verschiedene Tools kennengelernt, wie emotionale Konditionierung, Schlüsselreize, Preispsychologie und multisensorisches Marketing.

Und last but not least, alles rund um das Thema Marke und die Etablierung einer erfolgreichen Marke.

Grundsätzlich seid ihr jetzt also bestens für die Werbepsychologie gerüstet 😉 Also was will die Alte uns noch erzählen, fragt ihr euch?

2019 dürft ihr euch unter anderem auf folgende Themen freuen: ihr lernt etwas über Erlebnismarketing Ich werde euch viele praktische Beispiele für Kampagnen geben und unter anderem auch für Produktgestaltung. Außerdem werde ich einige Selbsttests durchführen, wie z.B. die Pepsi-Cola Challenge.

Wir werden dann auch immer mehr in das Thema Online Marketing, Social Media und Influencer Marketing gehen. Hier wird es für alle, die noch nicht so bewandert sind, kleine Crashkurse geben 😉

So, das war schon mal eine kleine Sneak Preview! Ich freue mich natürlich auch immer über Anregungen und Fragen und produziere dazu gerne auch Videos. Also bloß keine Scheu 🙂

Ich freue mich auf euch im neuen Jahr und wünsche euch alles Gute! Viel Gesundheit, Erfolg und viele tolle Erlebnisse! Wir sehen uns!